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Der faule Kompromiss


Der „faule“ Kompromiss! Bewusst oder unbewusst?


„Eine Beziehung besteht aus Kompromissen!“ oder „Du musst eben Kompromisse machen!“


So, oder ähnlich lauten die Ratschläge von Freunden, Verwandten oder Arbeitskollegen, wenn es um Konflikte in Beziehungen geht. Ich rede hier allerdings nicht ausschließlich von partnerschaftlichen Beziehungen sondern von Beziehungen jeglicher Art.


Allerdings ist das Prinzip des „faulen Kompromisses“ in partnerschaftlichen Beziehung dermaßen weit verbreitet, dass ich behaupte, dass dieser Umstand einen der Hauptgründe für die Konflikte innerhalb von Partnerschaften darstellt.


Aber was genau ist denn eigentlich ein „fauler Kompromiss“? Wikipedia sagt dazu:

Ein "fauler Kompromiss" ist eine Variante, bei der nur scheinbar ein Kompromiss erzielt wurde - in Wahrheit aber eine Partei den Kürzeren gezogen hat, und dies nicht gemerkt wurde bzw. unter den Tisch gekehrt wird. Oder bei der man sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner verständigt hat und dabei beide nicht wirklich einen Vorteil haben.


Ich würde noch einen Schritt weiter gehen und sagen: Ein „fauler Kompromiss“ fängt da an, wo wir Dinge tun, um dem Anderen einen Gefallen zu tun, um dem Anderen zu gefallen, um gemocht zu werden, um etwas zu erreichen etc.


Kurz: ….....um zu!


Die Kritiker unter Ihnen stolpern jetzt hoffentlich über den Satz: ….um dem Anderen einen Gefallen zu tun, und dementieren innerlich, dass ja wohl nichts daran „faul“ sein kann, wenn man vor allem in einer Partnerschaft dem anderen einen Gefallen tut.


Immerhin ist eine Partnerschaft doch ein Geben und Nehmen. Mal gibt der eine, mal nimmt er. Ist doch ganz klar, sonst wäre man ja total egoistisch und wo kämen wir denn dahin, wenn jeder nur das tun würde, was er will?


Aber genau hier ist aus meiner Sicht der Stolperstein.


Wenn wir - gerade in Partnerschaften - etwas tun, um dem Anderen einen Gefallen zu tun, gehen wir ganz automatisch davon aus, dass der Andere das für uns in einer anderen Situation vielleicht oder bestimmt auch tun wird.


Wir haben also, wenn wir es mal kaufmännisch ausdrücken, auf der Habenseite einen Punkt mehr und den Anderen automatisch in eine Sollposition gebracht.


Soll heißen,


wenn das nächste Mal eine Situation auftaucht, in der es umgekehrt ist, werden wir garantiert enttäuscht sein, dass der Andere uns jetzt keinen Gefallen tut.


Bei 1 oder 2 mal, wird es uns noch nicht besonders stören, aber sollte es Überhand nehmen, werden wir so langsam unzufrieden. Wir fangen an, aufzurechnen, weil das Sollkonto des Anderen nun langsam immer größer wird.


Nun ist es natürlich unterschiedlich, wie der Einzelne darauf reagiert. Der Eine wird wütend, der Andere traurig, der Andere resigniert, der Nächste hält aus und hofft auf bessere Zeiten. :-)


Dennoch führt es garantiert nach einer Zeit zu Konflikten innerhalb der Beziehung, weil der Eine immer das Gefühl bekommt, zu kurz zu kommen.


(Noch komplizierter wird es, wenn wir Dinge tun, um zu gefallen oder gemocht zu werden, aber darauf geh ich mal in einem andern Beitrag ein.)


Nun rede ich hier nicht von Dingen, die einem wirklich „Schnurz“ sind.


Als Beispiel: Im Kino läuft ein Film, den der Eine gerne sehen möchte, und dem Anderen ist der Film zwar nicht wichtig aber das Genre auch nicht zuwider, so dass er dem Anderen zum Gefallen dort mithin geht. Das wird ein Kompromiss sein, den man bestimmt nicht irgendwann mal aufrechnet.

Anders wäre es, wenn es nun um ein Genre geht, das einem vollkommen zuwider ist oder man wirklich null Lust hat, ins Kino zu gehen, weil es draußen ein Traumwetter ist, und man dann zum Gefallen trotzdem mitgeht.

Ich wette mit Ihnen, wenn das nicht irgendwann von dem Anderen zurückkommt, wird genau dieser Umstand nochmal aufgegriffen. Und vor Allem dann, wenn sich solche Situationen häufen.


Drum prüfen Sie genau Ihre Motive: Tun Sie die Dinge „um zu....“ oder weil Sie sie aus tiefstem Herzen heraus machen und auch keine „Gegenleistung“ dafür erwarten?


Selbstverständlich können Sie auch weiterhin Dinge tun „um zu.......“, aber allein das Hinterfragen wird Sie automatisch entweder von „faulen Kompromissen“ abhalten oder „faule Kompromisse“ bewusst eingehen lassen.


Und wenn Sie „faule Kompromiisse“ bewusst eingehen, tun Sie auch das aus dem tiefsten Herzen heraus und brauchen nicht aufrechnen.


Probieren Sie es aus! :-)

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