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Erwartungen und Forderungen

Erwartungen und Forderungen sind der Versuch, im Außen etwas zu bekommen, was nur in unserem Inneren gefunden werden kann.


Somit sind Erwartungen und Forderungen Defizite unseres inneren Kindes, die wir versuchen zu kompensieren, indem wir Sie nach Außen projizieren. Das ist ein völlig normales Verhalten und nach meiner Meinung auch nicht abzustellen.


Erwartungen entstehen ganz automatisch, weil sie auf nicht erfüllten Bedürfnissen aus unserer Kindheit und den daraus entstandenen Wunden beruhen. Dabei ist es nicht von Bedeutung, ob es sich um eine „schlechte“ oder „gute“ Kindheit handelt. Wir ALLE haben Defizite und nicht erfüllte Bedürfnisse aus der Kindheit, auch wenn sie noch so toll gewesen sein mag. Aus der kindlichen Sichtweise heraus, haben wir nicht genug bekommen, sind zu kurz gekommen, haben Ängste entwickelt, wurden nicht „satt“ im Sinne von glücklich und/oder haben verzichten müssen etc. Dass unser Verstand im erwachsenen Alter heute sagt, dass wir nichts entbehren mussten und somit eine tolle Kindheit hatten, ist leider noch kein Garant dafür, dass unsere Erwartungen und Forderungen an Andere ausbleiben und diese Einstellung halten wir auch für selbstverständlich.


Wir haben alle Erwartungen und wenn es nur die Höflichkeit, der Respekt oder die Anerkennung einer anderen Meinung ist. Gleichzeitig fängt doch aber die Respektlosigkeit oder die Nichtanerkennung der Meinung des Anderen schon dort an, wenn Menschen z. B. in einer Beziehung zusammen leben. Wenn da der eine Partner anders denkt oder handelt als der andere, ist der Konflikt vorprogrammiert oder man geht noch einen Schritt weiter und ist davon überzeugt, nicht zusammen zu passen. Oder man versucht, den Anderen von seiner Meinung zu überzeugen, weil man ja genau weiß, dass sie richtig ist und weil es dann läuft, wie man selbst es will.

Ganz häufig merken wir gar nicht, dass wir Erwartungen haben oder Forderungen stellen, bis wir feststellen, dass sie nicht erfüllt wurden. Dann fühlen wir uns irritiert und wissen vielleicht nicht genau, was los ist. Doch eigentlich ist der Grund immer derselbe. Es läuft nicht so, wie wir es wollen.


Und wir hoffen und wollen, dass der Andere so ist, wie wir ihn haben wollen.

Aus diesem „kindlichen“ Gemütszustand heraus, können wir den Anderen nicht erlauben, er selbst zu sein.


Und da diese Erwartungen tief in uns verwurzelt sind, sind uns auch die Verhaltensmuster, die sich daraus entwickelt haben, gar nicht bewusst. Wir sind so sehr damit beschäftigt, dafür zu sorgen, dass unsere „alten Wunden“ nicht wieder berührt werden, dass wir diese Erwartungshaltungen versuchen zu betäuben. Z. B. beugen wir mit einer Erwartungshaltung, dass unsere Grenzen respektiert werden, unserer Angst vor Übergriffen vor, oder unsere Erwartung, dass der Andere für uns da sein soll, beugt unserer Verlassenheitsangst vor.


Nun hören und lesen wir überall, dass wir keine Erwartungen haben sollen, aber auch das würde dazu führen, dass wir uns selbst verleugnen, weil die Erwartungen nun mal da sind. Und sie werden auch nicht weniger, wenn wir versuchen, sie abzustellen oder nicht mehr zu haben.


Wir sollten vielmehr versuchen, uns darüber bewusst zu werden, was hinter dieser Erwartung eigentlich für ein Bedürfnis steckt. Und wenn wir uns diese „Wunde“ genauer angeschaut haben, wo sie herkommt und was sie ausgelöst hat, verstehen wir die Erwartung, die dahinter steckt. Und wenn wir die Erwartung verstehen, haben wir Verständnis für unser inneres Kind, und wenn wir Verständnis für unser inneres Kind aufbringen und Mitgefühl, uns mit ihm auseinandergesetzt haben, stillen wir das Defizit in uns, aus dem die Erwartung entstanden ist.


Und wenn wir das Defizit gestillt haben, ist die Erwartung zwar noch in uns, aber wir können sie dem inneren Kind zugestehen und müssen sie nicht nach Außen projizieren. :-)



©Nicole Klehm

www.nicole-klehm.de

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